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Liebe in Zeiten der Quarantäne

Kein anderes Thema beherrscht unsere Gedanken und Gespräche derzeit so sehr wie globale Corona-Pandemie. Für Unzählige von uns werden die kommenden Wochen oder gar Monate zu einer Herausforderung oder gar Zerreißprobe werden. Die Angst vor wirtschaftlichem oder sogar menschlichem Verlust ist vielen von uns aktuell in’s Gesicht geschrieben.

Ich will dich spüren…
Quarantäne als Wachstumschance für Paare
(in getrennten Kokons)

„Wer Geduld sagt, sagt
Mut, Ausdauer, Kraft.“

Marie von Ebner-Eschenbach

Wie grausam es für euch sein muss, einander sehen und hören zu können, aber nicht berühren! Es ist einfach nicht dasselbe, wenn man am Telefon oder aus einer Zoom-Konferenz heraus umarmt wird, gestreichelt oder geküsst, als wenn dies wirklich und wahrhaftig im echten Leben passiert. Vielen Menschen geht es in dieser Quarantäne gerade genauso wie euch.

Getrennte Paare erleben die Zeit der Isolation als eine Mischung aus Singledasein und gemeinsamem Leben. Je nach Pärchen jedoch vereinen sie in ihrer Beziehung wahlweise die schlechtesten oder aber die besten Aspekte dieser beiden Welten.

Auch für euch gelten die gleichen Tipps in Sachen „Gefühle“„Bedürfnisse“ und „Plural der Psyche“. Wie alle anderen werdet auch ihr immer wieder mit Gefühlen oder Wünschen konfrontiert sein, die für euch eine Herausforderung sind. Je besser ihr euch in diesen Gewässern auskennt, desto bewusster und aktiver könnt ihr darin navigieren.

Möglicherweise seid ihr euch, ob der schon seit Längerem bestehenden räumlichen Distanz, längst im Klaren darüber, wie wichtig und wertvoll die Fähigkeit zu liebevoller und offener Kommunikation für euch ist. Wer dies bereits verinnerlicht und verankert hat, hat derzeit gute Bedingungen dafür, dass die eigene Liebesbeziehung oder -partnerschaft während der Zeit der Quarantäne an wertvoller Substanz und Qualität gewinnt.

Doch auch eure Gespräche werden anstrengender werden. Die Unklarheiten und Ängste, die viele Menschen bedrücken, werden auch an euch nicht spurlos vorübergehen. Übt euch ihr euch darin, einander immer wieder liebevoll und wohlwollend zu begegnen. Ebenso wie euch selbst. Werft einander eure eigenen oder gegenseitigen Gefühle weder vor noch vor die Füße, sondern erkennt sie als eine Herausforderung für euch beide und als eine Gelegenheit, einander liebevolle Aufmerksamkeit zukommen lassen.

Vielleicht kann dieses Bonbon euch dabei behilflich sein, die Schwere und Verkopftheit, die sich immer wieder in eure Begegnungen einschleichen werden, ganz bewusst mit ein paar Champagnerperlen aufzusprudeln. Es trägt den Titel: „Dirty Talk – Die Intimität des Unverschämten“.

Wachstumsstützen und -dünger

„Alles, was gegen die Natur ist,
hat auf die Dauer keinen Bestand.“

Charles Darwin

Vergessen wir nie: Der Mensch ist ein evolutionär entstandenes Wesen. Zwar ist unser Geist und Verhalten ganz erstaunlich formbar, doch es gibt Grenzen. Das Wort „artgerecht“ lässt sich ebenso auf Nutzvieh anwenden wie auf uns selbst.

Die Evolution, in ihrer Güte oder Grausamkeit, hat uns darauf programmiert, als soziale Wesen miteinander zu interagieren und zu kooperieren. Das ist es, was uns wirklich glänzen lässt. Wenn wir kooperieren, dann wird Unmögliches möglich, Mögliches wird leicht und Leichtes wird elegant. Wenn wir kooperieren, werden Synergieeffekte möglich und seltsam glückliche Zufälle nehmen ihren Lauf.

Die Quarantäne, die wir derzeit einhalten, hält uns davon ab, einander anzufassen, aber sie hält uns nicht davon ab, miteinander mitzufühlen und zu kooperieren. Dies kann dadurch passieren, dass wir einander den Einkauf abnehmen oder die Kinder, dadurch, dass wir einander online Dinge beibringen oder dadurch, dass wir füreinander da sind und einander zuhören.

Bildet liebevolle Unterstützerkreise! Die Situation, die wir gerade erleben, ist für uns alle neu, und viele von uns stellt sie vor große Herausforderungen. Erlaubt anderen ebenso wie euch selbst, von den aktuellen Ereignissen überfordert zu sein. Sprecht mit Freunden und Freundinnen über eure Lage, über eure Gedanken und über eure Gefühle. Zeigt euch diesen Freunden ganz ehrlich und erlaubt auch ihnen, sich euch ohne Masken oder Schminke zu zeigen. Selbst wenn uns keiner unserer Freunde in unseren Problemen oder Sorgen faktisch helfen kann, so nimmt allein die Tatsache, dass wir unsere Gefühle und Gedanken teilen, eine Menge von ihrem Druck. „Beistand“ ist eine Superheldenfähigkeit. Wer diese hat und zum Einsatz bringt, kann Anderen in dieser Krise Halt und Stütze sein.

Ein letzter Tipp:

Bevor euch eure Gedanken, Gefühle oder Konflikte aus der Bahn werfen, holt euch Profi-Support! Viele meiner Kolleginnen und Kollegen bieten wie ich auch während der Quarantäne unsere Dienste als Berater, als Begleiter oder Mentoren an. Wer lange als Liebes-Coach gearbeitet hat, erkennt oft schnell, an welchen Stellen Menschen oder Beziehungspartner sich selbst oder einander subtil sabotieren, an welchen Stellen es stockt, und wie sich so manche scheinbar solide Blockade unerwartet geschmeidig aus dem Weg räumen lässt. Nutzt die Erkenntnisse und Erfahrungen dieser Menschen, um euren eigenen Wachstumsweg möglichst erbaulich zu gestalten. Gab es dafür jemals eine bessere Chance dazu als jetzt? Falls ihr selbst noch keinen Coach und keine Therapeutin kennt, der oder die euch weiterhelfen kann, dann wendet euch gerne an mich. Vielleicht kann ich euch jemanden in eurer Stadt empfehlen oder habe selbst Kapazitäten frei.

Tel.: 0176-63063143
Mail: volker@liebe-auf-augenhoehe.de

Fazit

„Gibt es eine bessere Form,
mit dem Leben fertig zu werden,
als mit Liebe und Humor?“

Charles Dickens

Die Zeit, die vor uns liegt, wird höchstwahrscheinlich für uns alle eine anstrengende und schwierige sein. Zu den hier beschriebenen Phänomenen kommen für viele von uns wirtschaftliche und menschliche Verluste. Noch wissen wir nicht, von wem oder was wir uns in den kommenden Wochen werden verabschieden müssen. Ziemlich sicher ist jedoch, dass uns allen Übungen im Umgang mit Verlust bevorstehen.

Nutzen wir diese Zeit, um uns selbst und einander näher zu kommen. Nutzen wir diese Zeit, um uns zu üben in Kooperation, Mitgefühl und Wohlwollen. Dies sind Fähigkeiten, die in den Leben vieler Menschen zu neoliberalen Zeiten kaum eine Rolle spielen. Die Zeit jedoch, die uns jetzt bevorsteht, fordert von uns genau dies.

Ich persönlich habe zu keinen Zeiten meines Lebens so viel so schnell gelernt wie in den Phasen der Krise und des Übergangs. Vielleicht, so träume ich derzeit in manchen Stunden der Muße, kann auch diese Zeit der Krise sich entfalten zu einer Zeit des Übergangs. Vorhersagen, wohin uns dieser Übergang führt, können wir leider nicht. Das liegt in der Natur dieser Lebensphasen. Jedoch, und das liegt ebenso in ihrer Natur, sind wir im Stande und eingeladen, dieses „wohin“ im Rahmen unserer Möglichkeiten aktiv und bewusst zu gestalten. Und wann, Hand auf’s Herz, war der Zeitpunkt in deinem Leben hierfür je besser gewesen als jetzt?

Was für eine Chance! 

Dieser Beitrag erschien zuerst auf liebe-auf-augenhoehe.de

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Volker Schmidt, Jahrgang 1976 ist Diplom-Umweltwissenschaftler, Heilpraktiker für Psychotherapie und NLP-Master (DVNLP). Seit 2008 arbeitet er als Systemischer Coach, Trainer und Mentor im Bereich Führung, Verhandlung und Unternehmenskultur. Seit 2010 berät er darüber hinaus Paare und Einzelpersonen aus ganz Deutschland in Fragen der Liebe, Partnerschaft und Sexualität.

Für den Inhalt der einzelnen Artikel sind die jeweils benannten Autoren verantwortlich. Die Inhalte der Artikel spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung von schönerlieben wieder. Alle hier bereitgestellten Informationen dienen lediglich Informationszwecken sowie Zwecken der Meinungsbildung.

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